WLAN-Ausleuchtung messen: So finden Sie Funklöcher


„Im Besprechungsraum bricht die Videokonferenz immer ab.“ „Im Lager hinten links geht der Scanner offline.“ „In der Küche ist das WLAN super, aber am Schreibtisch nicht.“ Klingt vertraut? Dann lohnt es sich, die WLAN-Ausleuchtung zu messen, statt auf Verdacht einen weiteren Repeater in die Steckdose zu stecken. Wie das funktioniert, welche Werkzeuge Sie brauchen und wie Sie die Ergebnisse richtig lesen, zeigen wir in dieser Anleitung.

Was heißt eigentlich „WLAN-Ausleuchtung“?

Mit Ausleuchtung ist gemeint, wie gut das Funksignal Ihrer Access Points an jedem Punkt der Räume ankommt. Das Ergebnis einer Messung ist idealerweise eine sogenannte Heatmap: ein Grundriss, auf dem farbig dargestellt ist, wo das Signal stark und wo es schwach ist. Damit sehen Sie Funklöcher auf einen Blick und können gezielt handeln.

Die wichtigsten Messwerte

Messwert Was er bedeutet Grobe Orientierung
Signalstärke (RSSI) in dBm Wie stark das Signal ankommt. Werte sind negativ, näher an 0 ist besser besser als −67 dBm für Telefonie und Video, um −70 dBm für normales Arbeiten, ab ca. −80 dBm wird es kritisch
Signal-Rausch-Abstand (SNR) in dB Wie deutlich sich das Signal vom Hintergrundrauschen abhebt ab etwa 25 dB gut
Kanalbelegung Wie viele Netze auf demselben Kanal funken so wenige Überschneidungen wie möglich
Datendurchsatz Was in der Praxis tatsächlich übertragen wird abhängig von Anwendung und Anschluss

Die Werte sind Faustregeln aus der Praxis. Manche Geräte, etwa Handscanner oder ältere Laptops, sind empfindlicher als andere.

WLAN-Ausleuchtung messen: Schritt für Schritt

  1. Grundriss besorgen: Ein einfacher Plan der Räume reicht, ein Foto vom Fluchtplan tut es zur Not auch. Wichtig ist ein Maßstab, etwa eine bekannte Wandlänge.
  2. Werkzeug wählen: Auf einem Laptop mit einer Messsoftware, die Heatmaps erstellt. Für eine erste Einschätzung genügen auch Apps für Android-Smartphones. Auf iPhones sind die Möglichkeiten eingeschränkt, weil Apple den Zugriff auf WLAN-Daten begrenzt.
  3. Access Points eintragen: Markieren Sie im Plan, wo Ihre Access Points, Router und Repeater hängen.
  4. Ablaufen: Gehen Sie langsam durch alle Räume und messen Sie in regelmäßigen Abständen. Die Software setzt dabei Messpunkte auf den Plan. Halten Sie das Gerät so, wie es auch im Alltag genutzt wird, also auf Schreibtischhöhe, nicht über dem Kopf.
  5. Zu realistischen Zeiten messen: Ein leeres Büro am Samstag misst sich anders als ein voller Besprechungsraum. Menschen, Möbel und offene oder geschlossene Türen dämpfen das Signal.
  6. Beide Frequenzbänder anschauen: 2,4 GHz reicht weiter, ist aber oft überfüllt. 5 GHz ist schneller, kommt aber schlechter durch Wände.
  7. Heatmap auswerten: Wo liegen die roten Flecken? Decken sie sich mit den Beschwerden?

Typische Ursachen für Funklöcher

  • Stahlbeton, Brandschutztüren und Aufzugsschächte: Echte Funkbremsen. Ein Access Point pro Raumgruppe ist hier oft unvermeidlich.
  • Falscher Montageort: Ein Access Point im Serverschrank, im Keller oder hinter dem Monitor verschenkt viel Reichweite. Am besten zentral und an der Decke.
  • Metallregale im Lager: Sie reflektieren und schirmen ab. Hier hilft eine Montage über den Regalgängen.
  • Kanalchaos: In Bürogebäuden mit vielen Mietern funken auf 2,4 GHz oft Dutzende Netze. Eine kluge Kanalwahl oder der Wechsel auf 5 GHz bringt viel.
  • Zu viel Sendeleistung: Klingt paradox, ist aber häufig. Wenn alle Access Points auf voller Leistung senden, klammern sich Geräte an einen weit entfernten Access Point, statt zum nahen zu wechseln.
  • Repeater-Ketten: Jeder Repeater, der per Funk angebunden ist, kostet Bandbreite. Besser sind per Netzwerkkabel angebundene Access Points.

Und dann? Maßnahmen nach der Messung

Mit der Heatmap in der Hand können Sie gezielt entscheiden. Oft reicht es, einen vorhandenen Access Point zu versetzen oder die Kanäle neu zu verteilen. Wo das nicht genügt, kommt ein zusätzlicher Access Point an die richtige Stelle, möglichst per Kabel angebunden und mit Strom über das Netzwerkkabel (PoE). Nach jeder Änderung: noch einmal messen. Erst dann wissen Sie, ob es wirklich besser geworden ist.

Lohnt sich jetzt Wi-Fi 6 oder 6E?

Wenn ohnehin neue Access Points anstehen, auf jeden Fall Wi-Fi 6. Es spielt seine Stärken vor allem dort aus, wo viele Geräte gleichzeitig funken. Wi-Fi 6E nutzt zusätzlich das 6-GHz-Band, das in Deutschland seit 2021 für WLAN freigegeben ist. Dort ist es noch angenehm leer, die Reichweite ist aber geringer, und nur neuere Endgeräte können es nutzen. Für die meisten kleinen Büros ist ein sauber geplantes Wi-Fi-6-Netz im Moment der beste Kompromiss.

Gäste-WLAN nicht vergessen

Wenn Sie schon messen und umbauen: Trennen Sie das Gäste-WLAN sauber vom Firmennetz. Besucher, private Smartphones der Mitarbeiter und smarte Geräte haben im Netz mit Ihren Servern und Druckern nichts verloren. Ein eigenes Netz mit eigener Kennung und, wenn möglich, begrenzter Bandbreite sorgt dafür, dass die Videokonferenz nicht unter dem Streaming im Wartebereich leidet.

Selbst messen oder messen lassen?

Für ein kleines Büro mit drei, vier Räumen kommen Sie mit einer App und dieser Anleitung gut zurecht. Bei mehreren Etagen, Lagerhallen, Produktionsumgebungen oder wenn Telefonie und Scanner über WLAN laufen sollen, lohnt sich eine professionelle Messung mit entsprechender Software. Die Kosten dafür sind meist geringer als die für zwei falsch platzierte Access Points.

Wir helfen Ihnen gerne

Ihr WLAN hat Funklöcher, und Sie möchten es endlich richtig machen? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer misst die WLAN-Ausleuchtung bei Ihnen vor Ort, erstellt eine Heatmap und plant das Netz so, dass es überall funktioniert. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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