KI-Texte für die Website: Chancen und Grenzen für SEO


Zwei Monate nach dem Start von ChatGPT ist die Begeisterung groß, und die Versuchung auch. In mehreren Gesprächen haben wir in den letzten Wochen sinngemäß gehört: „Dann lassen wir unsere Blogartikel und Produkttexte doch einfach von der KI schreiben. Hundert Seiten an einem Nachmittag, und Google findet uns überall.“ Ganz so einfach ist es nicht. KI-Texte für die Website können in der SEO-Arbeit eine echte Hilfe sein, sie können aber auch schaden. Wir zeigen, wo die Chancen liegen, wo die Grenzen, und wie wir selbst damit arbeiten.

Was sagt Google zu KI-Texten?

Google bewertet Inhalte nach ihrem Nutzen für die Suchenden. In den Richtlinien gegen Spam richtet sich Google seit Langem gegen automatisch erzeugte Inhalte, die vor allem dazu dienen, Suchergebnisse zu manipulieren, statt Nutzern zu helfen. Gleichzeitig hat Google in den vergangenen Monaten den Fokus noch stärker auf hilfreiche Inhalte gelegt: Mit dem sogenannten Helpful-Content-Update sollen Seiten, die vor allem für Suchmaschinen statt für Menschen geschrieben wurden, schlechter abschneiden. Und im Dezember hat Google seine Richtlinien für die Qualitätsbewertung um einen Aspekt ergänzt: Neben Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit zählt jetzt ausdrücklich auch eigene Erfahrung.

Für die Praxis heißt das: Entscheidend ist nicht, ob ein Mensch oder eine Maschine getippt hat, sondern ob der Text Suchenden wirklich weiterhilft. Massenhaft erzeugte, austauschbare Texte ohne eigenen Mehrwert sind ein Risiko, egal wie sie entstanden sind.

KI-Texte und SEO: die Chancen

  • Schneller ins Schreiben kommen: Gliederungen, erste Entwürfe und Formulierungsvorschläge sparen Zeit, besonders bei der gefürchteten leeren Seite.
  • Ideen und Fragen sammeln: Welche Fragen haben Kunden zu einem Thema? Die KI liefert in Sekunden eine Liste, die man mit eigenen Erfahrungen abgleichen kann.
  • Varianten für Meta-Angaben: Seitentitel und Meta-Beschreibungen in mehreren Varianten, die man dann auswählt und anpasst.
  • Umformulieren und vereinfachen: Komplizierte Fachtexte verständlicher machen, ohne den Inhalt zu verändern.
  • Strukturieren: Aus einem langen, ungegliederten Text Zwischenüberschriften, Listen und eine FAQ machen.

Die Grenzen und Risiken

Risiko Warum es wichtig ist
Falsche Fakten Die KI formuliert überzeugend, liegt aber immer wieder daneben. Falsche Aussagen auf Ihrer Website schaden Ihrem Ruf, im schlimmsten Fall auch rechtlich.
Veraltetes Wissen ChatGPT hat keinen Zugriff auf aktuelle Informationen. Gesetzesänderungen, Preise oder neue Produkte fehlen.
Austauschbarkeit Wenn alle dieselbe KI nach demselben Thema fragen, entstehen sehr ähnliche Texte. Genau das will niemand lesen, und Google auch nicht ranken.
Fehlende Erfahrung Die KI hat nie Ihren Kunden beraten, nie Ihre Maschine repariert und nie Ihre Baustelle gesehen. Diese Erfahrung ist aber das, was einen Text wertvoll macht.
Urheberrecht Ob und wie KI-Texte geschützt sind und wem sie gehören, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt.
Vertraulichkeit Wer interne Informationen in die KI eingibt, gibt sie an einen externen Dienst weiter.

Übrigens: OpenAI hat vor wenigen Tagen selbst ein Werkzeug vorgestellt, das KI-erzeugte Texte erkennen soll, räumt aber ein, dass es noch nicht zuverlässig arbeitet. Wie gut Suchmaschinen solche Texte erkennen, weiß niemand genau. Darauf zu setzen, dass es nicht auffällt, ist aber ohnehin die falsche Strategie.

So nutzen wir KI im Content-Prozess

Wir setzen KI-Werkzeuge vorsichtig und gezielt ein, nicht als Autor, sondern als Assistent. Unser Ablauf:

  1. Thema und Suchintention klären: Was sucht der Nutzer wirklich? Das entscheidet ein Mensch, auf Basis von Keyword-Recherche und Kundengesprächen.
  2. Gliederung mit KI-Unterstützung: Die KI schlägt Punkte vor, wir ergänzen, streichen und sortieren.
  3. Eigene Substanz einbringen: Erfahrungen aus Projekten, typische Fehler, konkrete Beispiele, eigene Fotos. Das kann keine KI.
  4. Entwurf schreiben: Teilweise mit KI-Hilfe für einzelne Absätze, immer mit eigener Überarbeitung.
  5. Fakten prüfen: Jede Zahl, jede rechtliche Aussage, jeder Name wird geprüft.
  6. Redigieren: Tonalität, Verständlichkeit, Struktur. Liest sich das wie wir?
  7. Veröffentlichen und messen: Wie entwickelt sich die Seite in den Suchergebnissen? Was fragen Leser nach?

Muss ich KI-Texte kennzeichnen?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht, mit KI-Unterstützung entstandene Website-Texte zu kennzeichnen, gibt es nach unserem Kenntnisstand derzeit nicht. Auf europäischer Ebene wird allerdings bereits über Regeln für künstliche Intelligenz beraten. Unabhängig davon kann Transparenz Vertrauen schaffen. Entscheidend ist aus unserer Sicht etwas anderes: Für jeden veröffentlichten Text sollte ein Mensch in Ihrem Unternehmen geradestehen, inhaltlich und rechtlich.

Checkliste für KI-gestützte Website-Texte

  • Der Text beantwortet eine echte Frage Ihrer Zielgruppe
  • Er enthält eigene Erfahrung, Beispiele oder Daten, die es so nirgends sonst gibt
  • Alle Fakten wurden von einem Menschen geprüft
  • Ein verantwortlicher Autor steht dahinter
  • Es wurden keine vertraulichen Daten in die KI eingegeben
  • Der Text klingt nach Ihrem Unternehmen, nicht nach Standardware
  • Lieber wenige gute Seiten als viele mittelmäßige

Unser Fazit

KI-Texte sind kein SEO-Wundermittel, aber auch kein Teufelszeug. Wer KI als Werkzeug nutzt, um schneller zu besseren Texten zu kommen, kann viel gewinnen. Wer sie nutzt, um mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Seiten zu füllen, wird früher oder später enttäuscht. Am Ende gewinnt im Netz der Text, der einem Menschen am besten weiterhilft. Und der braucht nach wie vor Menschen, die wissen, wovon sie reden.

Wir helfen Ihnen gerne

Das Marketing-Team der Mittelstandsoptimierer entwickelt mit Ihnen Website-Inhalte, die gefunden werden und überzeugen, mit moderner Unterstützung durch KI-Werkzeuge, aber mit Ihrem Fachwissen und unserer redaktionellen Sorgfalt. Mehr unter www.mittelstandsoptimierer.de oder telefonisch unter 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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