Hohe Energiepreise: Stromfresser in der Büro-IT finden


Die Stromrechnung ist in vielen Betrieben gerade das Gesprächsthema Nummer eins. Die Energiepreise waren schon im vergangenen Jahr gestiegen, und seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind sie noch einmal unberechenbarer geworden. Wer jetzt einen neuen Vertrag abschließen muss, erlebt oft eine böse Überraschung. Ein Bereich wird dabei gern übersehen: der Stromverbrauch der Büro-IT. Server, Rechner, Bildschirme, Drucker und Netzwerktechnik laufen oft rund um die Uhr, und zwar auch dann, wenn niemand im Büro ist. Wir haben bei uns und bei Kunden nachgemessen und zeigen, wo sich das Hinschauen lohnt.

Das wichtigste Werkzeug kostet wenig

Bevor Sie irgendetwas austauschen, messen Sie. Ein einfaches Zwischenstecker-Messgerät aus dem Baumarkt oder Elektronikhandel zeigt Ihnen die aktuelle Leistung in Watt und den Verbrauch über einen Zeitraum in Kilowattstunden. Für Server und Netzwerkschränke mit vielen Geräten eignen sich Steckdosenleisten mit Messfunktion, und manche unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) zeigt die Last sogar direkt an.

Unser Tipp: Messen Sie nicht nur kurz, sondern über eine ganze Woche. Nur so sehen Sie, was nachts und am Wochenende passiert. Genau dort verstecken sich die größten Überraschungen.

Die Rechnung: Warum Dauerläufer so teuer sind

Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Ein Gerät, das dauerhaft 100 Watt zieht, verbraucht damit rund 876 Kilowattstunden im Jahr. Wie viel das kostet, hängt von Ihrem Vertrag ab. Rechnen wir beispielhaft mit 30 Cent pro Kilowattstunde:

Dauerleistung Verbrauch pro Jahr Kosten bei angenommenen 30 ct/kWh
10 Watt ca. 88 kWh ca. 26 Euro
50 Watt ca. 438 kWh ca. 131 Euro
100 Watt ca. 876 kWh ca. 263 Euro
300 Watt ca. 2.628 kWh ca. 788 Euro

Setzen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis ein. Sie werden sehen: Ein alter Server, der rund um die Uhr läuft, kann im Jahr mehr Strom kosten als ein neuer wert ist.

Stromverbrauch der Büro-IT: die typischen Stromfresser

Alte Server

Der Klassiker. Wir finden in kleinen Firmen regelmäßig Server, die vor acht oder zehn Jahren angeschafft wurden, kaum ausgelastet sind und trotzdem permanent mehrere hundert Watt ziehen. Manchmal stehen sogar zwei oder drei davon herum, weil jede Anwendung ihren eigenen bekommen hat. Durch Virtualisierung lassen sich mehrere alte Server oft auf einem modernen, sparsamen Gerät zusammenfassen. Und manche Dienste gehören ohnehin in die Cloud oder ins Rechenzentrum.

Rechner, die nie ausgehen

„Damit die Updates nachts laufen“ ist eine gute Absicht, aber kein Grund, Arbeitsplatzrechner jede Nacht und jedes Wochenende durchlaufen zu lassen. Energiesparpläne, die den Rechner nach einer Weile in den Ruhezustand schicken, und geplante Update-Zeiten lösen das Problem.

Bildschirme und Peripherie

Ein einzelner Bildschirm im Standby verbraucht wenig, aber in einem Büro mit 20 Arbeitsplätzen und je zwei Monitoren summiert sich das. Schaltbare Steckdosenleisten sind die einfachste Lösung, ebenso wie eine niedrigere Helligkeitseinstellung, die bei vielen Bildschirmen ab Werk viel zu hoch ist.

Drucker und Multifunktionsgeräte

Große Bürodrucker haben oft einen beachtlichen Verbrauch im Bereitschaftsmodus. Prüfen Sie die Energiespareinstellungen und ob es sich lohnt, das Gerät über Nacht per Zeitschaltung abzuschalten.

Netzwerk und Kleingeräte

Switches, WLAN-Zugangspunkte, Router, Telefonanlage, NAS, Kameras: Jedes Gerät für sich ist sparsam, zusammen kommt einiges zusammen. Hier hilft vor allem ein Inventar. Viele Netzwerkschränke enthalten Geräte, deren Zweck niemand mehr kennt.

Kühlung

Wo ein Serverraum klimatisiert wird, kostet die Kühlung zusätzlich Strom. Weniger und sparsamere Hardware heißt hier doppelt sparen. Prüfen Sie auch, ob die Solltemperatur unnötig niedrig eingestellt ist. Moderne Hardware verträgt in der Regel mehr Wärme, als viele denken. Die Grenzwerte stehen in den Herstellerangaben.

Checkliste: Stromfresser finden in fünf Schritten

  1. Inventarliste aller Geräte erstellen, die dauerhaft am Strom hängen
  2. Die größten Verbraucher eine Woche lang messen (Server, Netzwerkschrank, Drucker, ein typischer Arbeitsplatz)
  3. Verbrauch außerhalb der Arbeitszeit gesondert betrachten
  4. Maßnahmen nach Aufwand sortieren: Einstellungen ändern (kostenlos), Zeitschaltungen (günstig), Hardware ersetzen (Investition)
  5. Nach drei Monaten erneut messen und vergleichen

Schnelle Erfolge ohne Investition

  • Energiesparpläne an allen Rechnern aktivieren und zentral festlegen
  • Bildschirmhelligkeit reduzieren und automatisches Abschalten einstellen
  • Drucker-Energiesparmodus prüfen
  • Nicht benötigte Geräte im Netzwerkschrank identifizieren und abschalten
  • Nachts und am Wochenende nicht genutzte Geräte per Zeitschaltung trennen (Vorsicht bei Servern, Telefonanlage und Alarmtechnik)

Wann sich neue Hardware lohnt

Bei Arbeitsplatzrechnern rechnet sich ein Austausch allein wegen des Stroms selten. Bei Servern sieht es anders aus: Ein alter, dauerhaft laufender Server mit hohem Verbrauch kann sich durch ein sparsames neues System innerhalb weniger Jahre amortisieren, zumal neue Hardware meist auch schneller und sicherer ist. Legen Sie Ihren eigenen Strompreis und die gemessene Leistung zugrunde. Dann ist die Rechnung schnell gemacht.

Ein Wort der Vorsicht: Nicht jedes Gerät darf einfach ausgeschaltet werden. Datensicherungen, die nachts laufen, Überwachungstechnik oder Geräte für die Fernwartung brauchen Strom. Sprechen Sie Änderungen am besten mit Ihrem IT-Dienstleister ab.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten wissen, wie viel Strom Ihre IT tatsächlich verbraucht und wo sich Sparen lohnt? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer misst, rechnet und setzt die Maßnahmen um, von Energiespareinstellungen bis zur Zusammenlegung alter Server. Mehr unter www.mittelstandsoptimierer.de oder telefonisch unter 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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