Vor ein paar Jahren haben wir uns hier ausführlich mit der Frage beschäftigt, wie man einen Serverschrank leiser bekommt. Damals ging es um Büros. Heute steht die Technik bei vielen im Arbeitszimmer, im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer, und plötzlich fällt auf, was im Großraumbüro im allgemeinen Geräuschpegel unterging: der Rechner surrt, das NAS rattert, und im Videocall fragt der Kollege, ob man gerade staubsaugt. Ein leiser PC im Homeoffice ist kein Luxus, sondern macht konzentriertes Arbeiten deutlich angenehmer. Hier unsere Erfahrungen und Tipps.
Woher kommt der Lärm?
| Quelle | Typisches Geräusch | Wann es nervt |
|---|---|---|
| Prozessorlüfter | Rauschen, Aufheulen bei Last | bei Videokonferenzen und großen Dateien |
| Grafikkartenlüfter | Rauschen, manchmal Pfeifen | bei Videos, Spielen, mehreren Monitoren |
| Netzteillüfter | gleichmäßiges Brummen | dauerhaft |
| Gehäuselüfter | Rauschen, Klackern bei verschlissenen Lagern | dauerhaft |
| Festplatten (HDD) | Rattern beim Zugriff, Summen, Vibration | vor allem beim NAS |
| Spulenfiepen | hohes Fiepen | bei bestimmter Last, besonders nachts |
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist es nur eine oder zwei Quellen, die wirklich stören. Hören Sie genau hin, bevor Sie Geld ausgeben. Ein Trick: Viele Programme zur Lüftersteuerung erlauben es, einzelne Lüfter kurz herunterzuregeln. Verschwindet dabei das Geräusch, haben Sie den Übeltäter gefunden.
Leiser PC im Homeoffice: Die Maßnahmen
1. Staub entfernen
Klingt banal, wirkt oft Wunder. Ein verstaubter Kühler kühlt schlechter, also dreht der Lüfter schneller. Rechner ausschalten, vom Strom trennen und Kühler und Lüfter mit Druckluft oder einem Pinsel reinigen. Lüfter dabei festhalten, damit sie nicht überdrehen.
2. Lüfterkurven anpassen
Im BIOS beziehungsweise UEFI vieler Mainboards lässt sich einstellen, wie schnell die Lüfter bei welcher Temperatur drehen. Ab Werk sind die Kurven oft sehr vorsichtig eingestellt. Mit etwas Feingefühl drehen die Lüfter im Alltag deutlich langsamer, ohne dass die Temperaturen kritisch werden. Behalten Sie die Temperaturen nach der Änderung aber im Blick.
3. Bessere Lüfter und Kühler
Große Lüfter, die langsam drehen, sind leiser als kleine, die schnell drehen. Ein größerer Prozessorkühler mit 120- oder 140-Millimeter-Lüfter ist eine der wirksamsten Maßnahmen bei Standard-PCs. Achten Sie beim Kauf auf passende Bauhöhe für Ihr Gehäuse.
4. SSD statt Festplatte
Wer im Arbeitsrechner noch eine klassische Festplatte hat, sollte auf eine SSD umsteigen. Sie ist lautlos, deutlich schneller und macht auch einen älteren Rechner wieder flott. Für viele ist das die beste Investition überhaupt.
5. Gehäuse und Aufstellung
Ein Rechner direkt auf dem Holzboden oder unter einer hohlen Schreibtischplatte überträgt Vibrationen. Gummifüße oder eine Matte aus Filz oder Gummi helfen. Gedämmte Gehäuse gibt es auch, sie lohnen sich aber meist nur beim Neukauf.
6. Kein Overkill
Für Office, E-Mail und Videokonferenzen braucht niemand einen Rechner mit Hochleistungsgrafikkarte. Ein sparsamer Rechner erzeugt weniger Wärme und damit weniger Lärm. Eine Grafikkarte jetzt nachzukaufen, ist übrigens ohnehin keine gute Idee, denn sie sind derzeit kaum zu vernünftigen Preisen zu bekommen.
Das NAS: Der Lärmmacher im Regal
Netzwerkspeicher sind praktisch, aber ihre Festplatten laufen rund um die Uhr. Diese Tipps helfen:
- Anderer Raum: Das NAS muss nicht neben dem Schreibtisch stehen. Flur, Abstellkammer oder Hauswirtschaftsraum mit Netzwerkanschluss sind besser, solange es dort nicht zu warm wird.
- Entkopplung: Auf eine schwere Steinplatte mit Gummifüßen stellen, nicht direkt auf ein hohles Holzregal.
- Ruhezustand: Festplatten in Zeiten ohne Zugriff schlafen legen. Aber Vorsicht: Zu häufiges An- und Abschalten belastet die Laufwerke. Lieber längere Ruhezeiten, etwa nachts.
- Leisere Festplatten: Es gibt Modelle mit niedriger Drehzahl, die speziell für den Dauerbetrieb im NAS gemacht sind.
Was bringt Dämmmaterial?
Dämmmatten im PC-Gehäuse können hohe Frequenzen etwas schlucken, verschlechtern aber die Kühlung, wenn sie falsch eingesetzt werden. Dann drehen die Lüfter schneller, und der Effekt ist dahin. Wie bei unserem damaligen Serverschrank-Test gilt auch hier: Dämmen hilft nur, wenn genug Luft nachströmen kann. Die Ursache zu beheben, also langsamere Lüfter und weniger Abwärme, ist fast immer wirksamer als das Symptom zu dämmen. Einen Rechner in einen geschlossenen Schrank zu stellen, ist übrigens keine gute Idee: Er wird zwar leiser, überhitzt aber schnell.
Laptop-Lüfter, die heulen
Auch Laptops können nerven, besonders bei Videokonferenzen. Hier helfen: Lüftungsschlitze frei halten, also nicht auf dem Sofakissen arbeiten, den Laptop leicht erhöht auf einen Ständer stellen, Hintergrundprogramme schließen und im Energiesparplan den ausbalancierten Modus wählen. Ein Laptop-Ständer bringt nebenbei auch noch eine bessere Haltung, wenn Sie mit externer Tastatur arbeiten.
Unsere Reihenfolge
Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, gehen Sie so vor: erst reinigen, dann Lüfterkurven anpassen, dann Festplatte gegen SSD tauschen, und erst danach über neue Kühler oder ein neues Gerät nachdenken. Die ersten beiden Schritte kosten nichts außer einer halben Stunde Zeit.
Und das Mikrofon?
Selbst wenn der Rechner nicht ganz leise wird: Ein gutes Headset mit Richtmikrofon blendet Lüftergeräusche weitgehend aus. Viele Videokonferenz-Programme haben außerdem eine Geräuschunterdrückung eingebaut. Für die Kollegen im Call ist das Problem damit oft schon gelöst, für Ihre eigenen Nerven leider nicht.
Wir helfen Ihnen gerne
Ihr Homeoffice-Rechner nervt, oder Sie suchen ein leises, passendes Gerät für Ihre Mitarbeiter zuhause? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer berät Sie bei der Auswahl, rüstet bestehende Geräte nach und hilft auch beim NAS. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




