Die Bilder aus dem Ahrtal, aus Erftstadt und aus der Eifel sind kaum zu ertragen. Menschen haben ihr Leben verloren, Häuser und ganze Ortsteile sind zerstört. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, nicht zuletzt hier bei uns in Rheinland-Pfalz. Für viele Betriebe in den Hochwassergebieten geht es gerade um das Nötigste. Trotzdem erreichen uns die ersten Fragen zum IT-Notfall nach dem Hochwasser: Was ist mit unseren Daten? Können wir die Server retten? Wir möchten mit diesem Beitrag praktisch helfen, Betroffenen ebenso wie allen anderen, die jetzt ihre eigene Vorsorge prüfen.
Für Betroffene: Was jetzt zu tun ist
Zuerst: Ihre Sicherheit geht vor. Betreten Sie überflutete Räume erst, wenn der Strom abgeschaltet ist und keine Einsturzgefahr besteht. Alles Weitere kann warten.
- Nichts einschalten: Geräte, die unter Wasser standen oder nass geworden sind, auf keinen Fall einschalten. Strom auf feuchter Elektronik zerstört oft mehr als das Wasser selbst und kann gefährlich sein.
- Datenträger sichern: Festplatten und Server, auf denen wichtige Daten liegen, möglichst bald aus dem Schlamm bergen. Nicht trocknen, nicht öffnen, nicht reinigen. Spezialisierte Datenretter haben bei nassen Festplatten erstaunlich gute Chancen, aber nur, wenn vorher niemand experimentiert hat.
- Dokumentieren: Fotos von allen Schäden machen, bevor aufgeräumt wird. Das braucht die Versicherung.
- Backups prüfen: Gibt es Sicherungen außerhalb des betroffenen Gebäudes, in der Cloud, beim Dienstleister oder bei einem Mitarbeiter zuhause?
- Erreichbarkeit herstellen: Telefonnummer auf ein Mobiltelefon umleiten lassen, E-Mails über das Webmail oder ein Ersatzgerät abrufen.
- Akten mit Personendaten: Durchnässte Unterlagen mit Kunden- oder Mitarbeiterdaten nicht einfach in den offenen Container werfen, sondern möglichst getrennt sammeln und sicher vernichten lassen.
Hilfe annehmen
In den betroffenen Regionen ist die Hilfsbereitschaft riesig. Auch viele IT-Betriebe, Händler und Kollegen bieten Ersatzgeräte, Unterstützung und Know-how an. Scheuen Sie sich nicht, das anzunehmen. Niemand muss das allein bewältigen. Wer anderen helfen möchte, sollte sich an die Koordination der Hilfsorganisationen und Kommunen halten, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Für alle: Was wir aus der Flut lernen müssen
Hochwasser, Brand, Einbruch, ein geplatztes Rohr am Wochenende: Die Ursachen sind verschieden, die Lehren ähnlich. Die Katastrophe zeigt mit großer Härte, dass niemand davon ausgehen sollte, dass „so etwas bei uns nicht passiert“.
Der Serverraum im Keller
In unzähligen Betrieben steht der Server im Keller, weil dort Platz ist und er niemanden stört. Für ein Hochwasser oder einen Rohrbruch ist das der schlechteste Ort. Wenn ein Umzug nicht möglich ist: Geräte zumindest erhöht aufstellen, nicht direkt auf den Boden, und einen Wassermelder installieren, der Alarm aufs Handy schickt.
Das Backup im selben Gebäude
Eine Sicherung, die neben dem Server steht, schützt vor defekten Festplatten, aber nicht vor Wasser, Feuer oder Diebstahl. Mindestens eine Kopie muss an einem anderen Ort liegen, idealerweise weit genug entfernt, dass ein und dasselbe Ereignis nicht beide trifft.
Der Notfallplan, der nur digital existiert
Wenn der Server unter Wasser steht, ist auch der Notfallplan auf dem Server weg. Die wichtigsten Informationen gehören zusätzlich auf Papier und an einen zweiten Ort: Ansprechpartner, Zugangsdaten zu Cloud-Diensten und Providern, Versicherungsnummern, Lieferanten für Ersatzhardware.
Checkliste IT-Notfall Hochwasser und andere Katastrophen
| Bereich | Frage | Ja / Nein |
|---|---|---|
| Standort | Stehen Server und Netzwerktechnik außerhalb gefährdeter Räume? | ☐ |
| Backup | Gibt es eine aktuelle Sicherung an einem anderen Ort? | ☐ |
| Wiederherstellung | Wurde die Wiederherstellung auf neuer Hardware getestet? | ☐ |
| Notfallplan | Liegt er auch auf Papier außerhalb der Firma? | ☐ |
| Erreichbarkeit | Können Telefon und E-Mail schnell umgeleitet werden? | ☐ |
| Ersatz | Wissen Sie, woher Sie kurzfristig Ersatzgeräte bekommen? | ☐ |
| Versicherung | Sind Elementarschäden und Betriebsunterbrechung versichert? | ☐ |
| Inventar | Gibt es eine aktuelle Liste aller Geräte mit Fotos? | ☐ |
Versicherung und Unterlagen
Ein Punkt, der in vielen Gesprächen dieser Tage schmerzlich auffällt: Längst nicht jeder Betrieb ist gegen Elementarschäden versichert. Prüfen Sie Ihre Policen, auch die Betriebsunterbrechungsversicherung und eine Elektronikversicherung für Ihre IT. Fragen Sie Ihren Versicherer, ob Datenrettung und die Wiederherstellung von Daten abgedeckt sind. Und bewahren Sie Kaufbelege, Seriennummern und Fotos Ihrer Geräte so auf, dass sie im Schadensfall nicht mit untergehen, also digital an einem anderen Ort.
Auch an die Menschen sollte der Notfallplan denken: Wie erreichen Sie Ihre Mitarbeiter, wenn das Firmentelefon ausgefallen ist? Eine aktuelle Liste mit privaten Mobilnummern, die mit Einverständnis der Mitarbeiter geführt wird, ist im Ernstfall unbezahlbar.
Cloud als Teil der Vorsorge
Eine Lehre, die viele Betroffene in diesen Tagen ziehen: Wer E-Mails und Dokumente in einem Rechenzentrum liegen hatte, konnte nach dem Hochwasser vom Laptop eines Nachbarn aus weiterarbeiten. Das heißt nicht, dass alles in die Cloud muss, und Datenschutzfragen gehören dabei immer mit auf den Tisch. Aber eine durchdachte Mischung aus lokaler Technik und ausgelagerter Sicherung macht ein Unternehmen deutlich widerstandsfähiger.
Wir helfen Ihnen gerne
Ihr Betrieb ist von der Flut betroffen und Sie brauchen Unterstützung bei IT, Telefonie oder Datenrettung? Melden Sie sich, wir helfen unkompliziert. Und wenn Sie Ihre eigene Vorsorge prüfen möchten: Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer erstellt mit Ihnen einen Notfallplan und ein Backup-Konzept, das auch im Katastrophenfall trägt. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




