Wir geben es zu: Heute Morgen war die Stimmung im Büro in der Binger Straße gedämpft. Nach dem Aus der Nationalmannschaft gestern gegen Südkorea ist für viele die WM in Russland gefühlt vorbei. Aber eben nur gefühlt. Ab Samstag beginnt das Achtelfinale, viele Kolleginnen und Kollegen haben Zweitlieblingsteams, und manche Spiele liegen mitten in der Arbeitszeit. Höchste Zeit also für einen Blick auf das Thema WM im Büro: Was bedeutet Streaming für Ihr Netzwerk, und wie regeln Sie die Arbeitszeit fair?
Streaming und Netzlast: Was Ihr Internetanschluss aushält
Ein Fußballspiel im Livestream ist für einen Internetanschluss kein Pappenstiel. Je nach Qualität braucht ein einzelner Stream grob einige Megabit pro Sekunde, in HD auch deutlich mehr. Das ist für einen Rechner kein Problem. Schwierig wird es, wenn zehn Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig dasselbe Spiel am eigenen Rechner verfolgen. Dann teilen sich zehn Streams eine Leitung, die gleichzeitig noch E-Mails, Telefonie und Cloud-Anwendungen tragen soll.
Besonders spürbar wird das bei:
- Anschlüssen mit geringem Upload oder Download, wie sie in manchen Gewerbegebieten noch üblich sind,
- Internettelefonie: Wenn die Leitung voll ist, wird der Kunde am Telefon abgehackt,
- Terminalserver- oder Cloud-Arbeitsplätzen, die eine stabile Verbindung brauchen,
- Datensicherungen oder Uploads, die zufällig zur gleichen Zeit laufen.
WM im Büro: Drei Lösungen für das Streaming-Problem
Lösung 1: Ein Bildschirm für alle
Statt zehn Streams an zehn Arbeitsplätzen läuft das Spiel auf einem Fernseher oder Beamer im Besprechungsraum. Das schont die Leitung, und ganz nebenbei ist Fußball gemeinsam ohnehin schöner. Wer einen Fernseher mit Antennen- oder Kabelempfang hat, belastet das Internet überhaupt nicht.
Lösung 2: Bandbreite steuern
Viele Router und Firewalls im Unternehmen können Datenverkehr priorisieren. Telefonie und Geschäftsanwendungen bekommen dann Vorrang, Videostreams werden gebremst, wenn es eng wird. Die Funktion heißt meist Quality of Service (QoS). Wenn Sie sie bisher nicht genutzt haben, ist jetzt ein guter Anlass, sie einzurichten. Sie hilft auch nach der WM.
Lösung 3: Gastnetz nutzen
Wer privat auf dem Smartphone schauen möchte, sollte das über ein vom Firmennetz getrenntes Gast-WLAN tun, idealerweise mit eigener Bandbreitenbegrenzung. So bleiben Firmennetz und Privatvergnügen getrennt.
Vorsicht bei dubiosen Streamingseiten
Zu jedem großen Turnier tauchen Webseiten auf, die angeblich kostenlose Livestreams anbieten. Viele davon sind Fallen: Sie zeigen aggressive Werbung, fordern zum Installieren eines „Players“ auf oder leiten auf Seiten weiter, die Schadsoftware verbreiten. Hinzu kommen Phishing-Mails mit Tippspielen, Gewinnspielen oder angeblichen Ticketangeboten. Unser Rat für Ihr Team:
- Nur bekannte, legale Angebote nutzen, etwa die Livestreams der Sender, die die Spiele übertragen.
- Keine Software für das Streaming installieren, die nicht von der IT freigegeben ist.
- Bei Mails rund um die WM mit Gewinnversprechen und Anhängen besonders misstrauisch sein.
Arbeitszeit: Darf man während der Arbeit Fußball schauen?
Die nüchterne Antwort: Grundsätzlich nicht ohne Erlaubnis. Wer während der Arbeitszeit Fußball schaut, statt zu arbeiten, erbringt seine Arbeitsleistung nicht. Einen Anspruch darauf, Spiele im Büro zu verfolgen, gibt es nicht. Ebenso klar ist aber: Der Arbeitgeber kann es erlauben, und viele tun das gerne, weil es der Stimmung guttut.
Damit es fair bleibt und nicht zu Missverständnissen kommt, empfehlen wir eine kurze, klare Regel für alle. Wenn es einen Betriebsrat gibt, sollte er eingebunden werden, denn Regeln zur Ordnung im Betrieb sind mitbestimmungspflichtig.
| Modell | So funktioniert es | Passt für |
|---|---|---|
| Gleitzeit nutzen | Wer schauen will, stempelt aus und arbeitet die Zeit nach | Betriebe mit Gleitzeit |
| Gemeinsames Schauen als Teamevent | Ausgewählte Spiele im Besprechungsraum, Arbeitszeit wird nicht abgezogen | Kleine Teams, besondere Spiele |
| Radio oder Liveticker | Nebenbei informieren, aber weiterarbeiten | Kundenkontakt, Service, Telefon |
| Kein Fußball im Dienst | Klare Ansage, dafür Verständnis für kurzfristige Urlaubswünsche | Produktion, Schichtbetrieb, Kundenverkehr |
Kundentelefon und Erreichbarkeit
Egal welches Modell: Jemand muss das Telefon im Blick behalten. Ein Kunde, der während eines Elfmeterschießens anruft und niemanden erreicht, ist kein Fan Ihrer Firma. Legen Sie eine Vertretung fest, oder vereinbaren Sie, dass bei gemeinsamem Schauen einer das Telefon mitnimmt.
Technik für das gemeinsame Schauen
Wenn Sie sich für den Besprechungsraum entscheiden, lohnt ein kurzer Technik-Check vor dem Anpfiff, nicht erst in der 80. Minute:
- Passt das Kabel vom Notebook zum Beamer, und funktioniert der Ton? Beamer-Lautsprecher sind oft erschreckend leise, ein kleiner externer Lautsprecher hilft.
- Läuft der Stream stabil per Kabel statt über WLAN? Ein Netzwerkkabel ist beim Elfmeterschießen Gold wert.
- Rechnen Sie mit Verzögerung: Livestreams laufen oft einige Sekunden bis deutlich hinter dem Fernsehbild. Wenn es im Nachbarbüro schon jubelt, wissen Sie Bescheid. Das ist kein Defekt, sondern Technik.
- Bildschirmschoner und automatische Updates am Vorführrechner ausschalten. Ein Neustart zur Unzeit sorgt für mehr Aufregung als jeder Abseitspfiff.
Unsere Checkliste für die restlichen WM-Wochen
- Spielplan der K.-o.-Runde mit Anstoßzeiten im Team teilen.
- Regel zu Arbeitszeit und Erreichbarkeit festlegen und kommunizieren.
- Gemeinsamen Bildschirm organisieren, statt viele Einzelstreams zuzulassen.
- QoS im Router aktivieren oder prüfen lassen.
- Gast-WLAN für private Geräte bereitstellen.
- Team vor dubiosen Streamingseiten und WM-Phishing warnen.
Wir helfen Ihnen gerne
Ihr Netzwerk ächzt schon ohne Fußball, oder Sie möchten Telefonie und Geschäftsanwendungen dauerhaft absichern? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer richtet Priorisierung, Gastnetz und Firewall so ein, dass alles läuft, auch zur Anstoßzeit. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




