Coworking statt Homeoffice: Was Selbstständige gewinnen


Der Laptop steht auf dem Küchentisch, nebenan läuft die Waschmaschine, und das wichtigste Telefonat des Tages wird vom Paketboten unterbrochen. Viele Selbstständige und Gründer kennen diesen Alltag. Das Homeoffice ist bequem und günstig, hat aber seine Tücken. Eine Alternative, die in den letzten Jahren auch in mittelgroßen Städten wie Mainz angekommen ist, ist das Coworking. Doch was bringt es wirklich? Wir haben die wichtigsten Vorteile von Coworking zusammengetragen, und auch ehrlich aufgeschrieben, wo die Grenzen liegen.

Was ist Coworking?

Beim Coworking teilen sich Selbstständige, Freiberufler, kleine Teams und gelegentlich auch Angestellte von Unternehmen eine gemeinsame Bürofläche. Sie mieten keinen Raum, sondern einen Arbeitsplatz, flexibel für einen Tag, eine Woche oder dauerhaft. Infrastruktur wie Internet, Drucker, Küche und Besprechungsräume wird gemeinsam genutzt. Die Modelle reichen vom flexiblen Platz, bei dem man sich jeden Tag einen freien Tisch sucht, bis zum festen Schreibtisch, an dem der eigene Monitor stehen bleiben darf.

Die Vorteile von Coworking gegenüber dem Homeoffice

1. Klare Trennung von Arbeit und Privatleben

Wer zu Hause arbeitet, ist nie ganz im Büro und nie ganz im Feierabend. Der Weg zum Coworking-Arbeitsplatz schafft eine klare Grenze: Dort wird gearbeitet, zu Hause wird gelebt. Viele berichten, dass sie dadurch konzentrierter arbeiten und abends besser abschalten können.

2. Menschen statt Isolation

Selbstständigkeit kann einsam sein. Im Coworking trifft man andere Menschen, tauscht sich in der Kaffeeküche aus, bekommt Feedback zu Ideen. Das ist nicht nur gut für die Stimmung, sondern auch fürs Geschäft: Aus Gesprächen am Nachbartisch entstehen oft Aufträge, Kooperationen oder wertvolle Tipps.

3. Professionelle Infrastruktur

Schnelles Internet, ein vernünftiger Drucker, ergonomische Stühle, ein Besprechungsraum für Kundentermine: Im Homeoffice muss man das alles selbst anschaffen. Im Coworking ist es im Preis enthalten.

4. Ein besserer Eindruck bei Kunden

Kunden im eigenen Wohnzimmer zu empfangen ist nicht jedermanns Sache, und ein Treffen im Café ist für vertrauliche Gespräche ungeeignet. Ein Besprechungsraum im Coworking wirkt professionell. Je nach Angebot kann die Coworking-Adresse auch als Geschäftsadresse genutzt werden, was die Privatadresse aus Impressum und Visitenkarte heraushält.

5. Flexibilität

Anders als bei einem eigenen Büro bindet man sich nicht für Jahre an einen Mietvertrag. Wer wächst, nimmt einen zweiten Platz dazu; wer viel unterwegs ist, bucht nur einzelne Tage.

6. Motivation durch Umgebung

Es klingt banal, wirkt aber: Wer andere konzentriert arbeiten sieht, arbeitet selbst konzentrierter. Der Kühlschrank und das Sofa sind weiter weg.

Wo die Grenzen liegen

  • Lautstärke: Offene Flächen sind nicht immer ruhig. Für Telefonate und konzentriertes Arbeiten braucht es Rückzugsmöglichkeiten.
  • Vertraulichkeit: Wer mit sensiblen Daten arbeitet, etwa als Berater oder Steuerfachkraft, muss auf Blickschutz, gesperrte Bildschirme und vertrauliche Telefonate achten. Fragen Sie nach abschließbaren Schränken.
  • Kosten: Ein Coworking-Platz kostet Geld, das zu Hause nicht anfällt. Rechnen Sie aber ehrlich, was Sie im Homeoffice an Ausstattung und an Produktivität verlieren.
  • Anfahrt: Der Arbeitsweg kommt zurück. Bei einem gut erreichbaren Standort hält sich das in Grenzen.

Homeoffice, Coworking oder eigenes Büro im Vergleich

Kriterium Homeoffice Coworking Eigenes Büro
Kosten gering mittel, flexibel hoch, langfristig gebunden
Trennung Arbeit/Privat schwierig gut gut
Austausch mit anderen kaum sehr gut nur im eigenen Team
Infrastruktur selbst anschaffen inklusive selbst anschaffen
Kundentermine schwierig Besprechungsraum gut
Flexibilität hoch hoch gering

Das Beste aus beiden Welten

Coworking und Homeoffice schließen sich nicht aus. Viele Selbstständige kombinieren beides: An zwei oder drei Tagen pro Woche arbeiten sie im Coworking, haben dort Kundentermine und Austausch, an den übrigen Tagen bleiben sie für konzentrierte Schreibarbeit oder aus familiären Gründen zu Hause. Gerade für Eltern ist das oft ein guter Kompromiss. Wer so arbeitet, sollte darauf achten, dass Daten und Dokumente an beiden Orten verfügbar und trotzdem sicher sind, etwa über eine verschlüsselte Ablage statt über USB-Sticks in der Jackentasche. Und ein fester Wochenrhythmus hilft, damit die Coworking-Tage nicht im Alltag untergehen.

Für wen sich Coworking besonders lohnt

  • Gründer, die noch nicht wissen, wie schnell sie wachsen
  • Freiberufler, die regelmäßig Kunden treffen
  • Selbstständige, die im Homeoffice schlecht abschalten können
  • kleine Teams, die gemeinsam arbeiten wollen, ohne gleich ein Büro anzumieten
  • Angestellte im Außendienst oder mit Homeoffice-Regelung, die einen Ort zum Arbeiten nahe am Wohnort suchen

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

  1. Probearbeiten: Ein Tag vor Ort sagt mehr als jede Website.
  2. Internet und Technik prüfen: Geschwindigkeit, WLAN-Sicherheit, Drucker.
  3. Rückzugsräume für Telefonate und Besprechungen vorhanden?
  4. Öffnungszeiten und Zugang: Kommt man auch abends oder am Wochenende hinein?
  5. Vertragsbedingungen: Laufzeit, Kündigungsfrist, was ist im Preis enthalten?
  6. Die Gemeinschaft: Passen die anderen Coworker zu Ihnen?

Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht allein vom Preis leiten. Ein etwas teurerer Platz, an dem Sie gerne arbeiten und produktiv sind, rechnet sich schnell.

Ein Hinweis zu den Kosten: Ob und wie Sie Ausgaben für Coworking oder ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen können, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten Coworking in Mainz ausprobieren? Im MZ-22 in der Binger Straße 22 finden Sie Coworking-Arbeitsplätze mitten in Mainz. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0 und schauen Sie sich die Räume in Ruhe an.

Herzliche Grüße aus Mainz

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