WLAN im Büro: Warum der Router allein nicht reicht


„Im Besprechungsraum ist das Internet weg.“ Diesen Satz hören wir in fast jedem Büro, das wir neu betreuen. Meist steht irgendwo ein einzelner Router, den der Anbieter mit dem Internetanschluss geliefert hat, und er soll drei Räume, zwei Etagen und zwanzig Geräte versorgen. Wer sein WLAN im Büro einrichten möchte, sollte deshalb anders denken als zu Hause. Hier erklären wir, warum der Router allein nicht reicht und wie Sie es besser machen.

Warum das Router-WLAN im Büro an Grenzen stößt

Ein Router ist ein Alleskönner: Er verbindet mit dem Internet, verteilt Adressen im Netzwerk, ist Firewall, Telefonanlage und WLAN-Sender in einem. Für eine Wohnung ist das praktisch. Im Büro gibt es aber gleich mehrere Probleme:

  • Der Standort ist falsch. Der Router steht dort, wo der Anschluss in die Wand kommt, meist im Flur oder Technikraum, nicht in der Mitte der Arbeitsplätze.
  • Zu viele Geräte. Laptops, Smartphones, Tablets, Drucker, Telefone: Ein Gerät, das alles gleichzeitig erledigt, kommt bei vielen Teilnehmern ins Schwitzen.
  • Wände und Decken. Stahlbeton, Brandschutztüren und Glasflächen mit Metallbeschichtung schlucken Funksignale.
  • Die Nachbarn funken mit. In Bürogebäuden überlagern sich Dutzende WLANs, vor allem im 2,4-GHz-Bereich.

Die Lösung: Access Points statt Verstärker

Der naheliegende Gedanke ist ein WLAN-Verstärker aus dem Elektromarkt. Er hilft manchmal, halbiert aber oft die Geschwindigkeit und sorgt für weitere Funkzellen, zwischen denen die Geräte nicht sauber wechseln. Für Büros empfehlen wir stattdessen Access Points, die per Netzwerkkabel angebunden sind.

Das Prinzip: Der Router macht nur noch Internet und Firewall. Für das WLAN sorgen mehrere Access Points, die an der Decke oder Wand dort hängen, wo gearbeitet wird. Über eine zentrale Verwaltung (einen sogenannten Controller, als Gerät oder Software) senden alle denselben Netzwerknamen, und Laptops und Telefone wechseln beim Gang durchs Büro automatisch zum nächsten Sender.

Strom über das Netzwerkkabel

Ein praktisches Detail: Viele Access Points werden per Power over Ethernet (PoE) versorgt. Sie brauchen dann keine Steckdose an der Decke, nur ein Netzwerkkabel, das von einem PoE-fähigen Switch kommt. Das spart Installationsaufwand und macht Neustarts aus der Ferne möglich.

2,4 oder 5 GHz?

2,4 GHz 5 GHz
Reichweite größer, besser durch Wände geringer
Geschwindigkeit niedriger deutlich höher, besonders mit 802.11ac
Störungen hoch, viele Nachbarnetze und Geräte geringer, mehr freie Kanäle
Gerätekompatibilität praktisch alle Geräte ältere Geräte teilweise nicht

Im Büro sollten beide Bänder angeboten werden. Moderne Access Points lenken fähige Geräte automatisch ins 5-GHz-Band und lassen das überfüllte 2,4-GHz-Band für ältere Geräte übrig.

Sicherheit: Mitarbeiter-WLAN und Gäste-WLAN trennen

Kunden, Bewerber und Lieferanten fragen nach dem WLAN-Passwort, und plötzlich ist ein fremdes Smartphone im selben Netz wie Ihr Buchhaltungsserver. Das muss nicht sein. Richten Sie ein getrenntes Gäste-WLAN ein, das nur Internetzugang erlaubt und keinen Zugriff auf interne Geräte. Gute Access-Point-Systeme bieten dafür eigene Netze, Zeitbegrenzungen und Gutscheincodes.

Zur Rechtslage: Wer anderen sein Internet zur Verfügung stellt, sollte sich mit dem Thema Störerhaftung beschäftigen. Die Diskussion darüber läuft in Deutschland seit Jahren, und der Gesetzgeber berät derzeit über eine Neuregelung. Solange das nicht abschließend geklärt ist, empfehlen wir, Gäste vor der Nutzung Nutzungsbedingungen bestätigen zu lassen und sich im Zweifel rechtlich beraten zu lassen.

Für das interne WLAN gilt:

  • Verschlüsselung mit WPA2, niemals WEP oder offene Netze.
  • Langes, zufälliges Passwort, das nicht an der Pinnwand hängt.
  • Bei größeren Teams: Anmeldung mit persönlichen Zugangsdaten statt einem gemeinsamen Passwort, damit ausgeschiedene Mitarbeiter nicht weiter im Netz sind.
  • Firmware von Router und Access Points regelmäßig aktualisieren.

Wie viele Access Points braucht ein Büro?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn Bauweise und Nutzung entscheiden. Als grobe Orientierung aus unserer Praxis:

  • Ein Access Point pro größerem Raum oder pro Flurabschnitt mit mehreren Büros ist ein realistischer Ausgangspunkt.
  • Besprechungsräume, in denen sich viele Geräte gleichzeitig verbinden, verdienen oft einen eigenen Access Point.
  • Bei massiven Wänden oder mehreren Etagen eher großzügiger planen.
  • Die Sendeleistung lieber etwas reduzieren und mehr Geräte verteilen, als wenige Access Points auf volle Leistung zu stellen. So überlappen sich die Funkzellen weniger und die Endgeräte wechseln sauberer.

Eine Messung vor Ort ersetzt diese Faustregeln nicht, sie hilft aber bei der ersten Kostenschätzung.

Checkliste: So gehen Sie beim WLAN im Büro vor

  1. Grundriss besorgen und markieren, wo gearbeitet, telefoniert und präsentiert wird.
  2. Bestehendes WLAN mit einer Analyse-App ausmessen: Wo ist das Signal schwach, welche Kanäle sind belegt?
  3. Anzahl und Standorte der Access Points planen, lieber einer mehr als einer zu wenig.
  4. Netzwerkkabel zu den Standorten verlegen, PoE-Switch vorsehen.
  5. Getrennte Netze für Mitarbeiter, Gäste und gegebenenfalls Geräte wie Drucker einrichten.
  6. Nach der Installation erneut messen, besonders in Besprechungsräumen und an den Rändern.

Lohnt sich der Aufwand?

Ein sauber geplantes WLAN kostet mehr als ein zusätzlicher Verstärker. Dafür hört das tägliche Gemurre über abgebrochene Videotelefonate und hängende Dateien auf. Rechnen Sie einmal aus, wie viel Arbeitszeit verloren geht, wenn zehn Mitarbeiter täglich fünf Minuten mit Verbindungsproblemen kämpfen. Meist ist die Investition schneller zurückverdient, als man denkt.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten Ihr WLAN im Büro neu planen oder endlich die Funklöcher loswerden? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer misst vor Ort, plant die Access Points und richtet Mitarbeiter- und Gästenetz sicher ein. Rufen Sie uns an: 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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