Digitale Sprachprüfungen: Wie Prüfungen am Bildschirm funktionieren


Kugelschreiber, Antwortbogen, ein Kassettenrekorder auf dem Pult: So sahen Sprachprüfungen jahrzehntelang aus. Heute sitzen Prüfungsteilnehmende immer öfter vor einem Bildschirm mit Kopfhörern auf den Ohren. Mehrere große Anbieter von Deutschprüfungen bieten inzwischen Prüfungen am Computer an, und viele Teilnehmende fragen uns, was sie dabei erwartet. Hier erklären wir, wie eine digitale Sprachprüfung funktioniert, was anders ist als auf Papier und wie Sie sich am besten vorbereiten.

Zwei Arten digitaler Sprachprüfungen

Wenn von digitalen Prüfungen die Rede ist, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge gemeint:

Am Computer im Prüfungszentrum Online von zu Hause
Ort Prüfungsraum mit vorbereiteten Rechnern Eigener Computer, eigene Wohnung
Aufsicht Aufsichtspersonen vor Ort Überwachung per Kamera, teils mit Software
Technik Wird gestellt und geprüft Liegt in Ihrer Verantwortung
Verbreitung bei offiziellen Deutschprüfungen zunehmend selten, Anerkennung vorher unbedingt prüfen

Für Zertifikate, die Sie für Visum, Einbürgerung, Studium oder Berufsanerkennung brauchen, ist in aller Regel die Prüfung in einem Prüfungszentrum maßgeblich, ob auf Papier oder am Computer. Klären Sie vor der Anmeldung bei der Stelle, die das Zertifikat verlangt, ob die gewählte Prüfungsform anerkannt wird.

So läuft eine digitale Sprachprüfung im Prüfungszentrum ab

Die Einzelheiten unterscheiden sich je nach Anbieter und Prüfung. Der grundsätzliche Ablauf ist aber meist ähnlich:

  1. Ankunft und Identitätskontrolle: Wie bei Papierprüfungen wird Ihr Ausweis kontrolliert. Persönliche Gegenstände, Handy und Smartwatch bleiben außerhalb des Prüfungsraums.
  2. Anmeldung am Rechner: Sie bekommen einen Platz und Zugangsdaten. Vor dem Start gibt es meist eine kurze Einführung und einen Test der Kopfhörer.
  3. Lesen: Texte erscheinen auf dem Bildschirm, Antworten werden angeklickt, zugeordnet oder eingetippt. Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben ist je nach Prüfung innerhalb eines Teils möglich.
  4. Hören: Die Hörtexte kommen über Kopfhörer. Wie oft ein Text abgespielt wird, ist festgelegt, wie bei der Papierprüfung.
  5. Schreiben: Sie tippen Ihre Texte auf einer Tastatur. Eine automatische Rechtschreibkorrektur gibt es in Prüfungen natürlich nicht.
  6. Sprechen: Je nach Prüfung findet dieser Teil weiterhin persönlich mit Prüfenden statt, oder Ihre Antworten werden über ein Mikrofon aufgezeichnet und später bewertet.

Und wenn die Technik streikt?

Das ist die Sorge, die wir am häufigsten hören. Prüfungszentren haben für solche Fälle festgelegte Abläufe: Ihre bisherigen Antworten werden in der Regel laufend gespeichert, ein Rechner kann getauscht und die Prüfung fortgesetzt werden, und die verlorene Zeit wird nach den Regeln des Anbieters berücksichtigt. Wichtig ist nur, dass Sie ein Problem sofort melden. Ein kurzes Handzeichen genügt.

Vorteile und Nachteile gegenüber Papier

Was für die digitale Prüfung spricht

  • Getippte Texte sind immer lesbar, schwierige Handschrift ist kein Problem mehr.
  • Texte lassen sich leichter überarbeiten: Sätze umstellen, Wörter ersetzen, ohne zu radieren.
  • Die Hörtexte kommen klar über Kopfhörer, unabhängig davon, wo man im Raum sitzt.
  • Je nach Anbieter können Ergebnisse schneller vorliegen.

Was Ihnen schwerfallen könnte

  • Wer wenig am Computer schreibt, verliert beim Tippen Zeit.
  • Die deutsche Tastatur hat ein eigenes Layout: Y und Z sind vertauscht, dazu kommen Ä, Ö, Ü und ß.
  • Lange Texte am Bildschirm zu lesen ist für manche anstrengender als auf Papier.
  • Notizen sind je nach Prüfung nur auf bereitgestelltem Papier oder gar nicht möglich.
  • Technik macht manche Menschen nervös, auch wenn sie zuverlässig funktioniert.

Vorbereitung: So gehen Sie sicher in die Prüfung

Tippen üben, auf Deutsch

Der wichtigste Tipp: Üben Sie das Schreiben auf einer deutschen Tastatur. Schreiben Sie in den Wochen vor der Prüfung regelmäßig kurze Texte, E-Mails oder Tagebucheinträge am Computer, ohne automatische Korrektur. Wenn Sie zu Hause eine andere Tastatur haben, stellen Sie das Layout auf Deutsch um oder üben Sie an einem Rechner mit deutscher Tastatur. Merken Sie sich besonders, wo die Umlaute und das ß liegen.

Übungstests am Bildschirm

Viele Prüfungsanbieter stellen Übungsmaterial oder Beispielprüfungen online bereit, teilweise auch im digitalen Format. Nutzen Sie diese, um sich an Aufbau und Bedienung zu gewöhnen. Wer die Oberfläche schon einmal gesehen hat, ist am Prüfungstag deutlich entspannter.

Zeit einteilen

Am Bildschirm wird die verbleibende Zeit häufig angezeigt. Das hilft, kann aber auch Druck machen. Üben Sie, Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu lösen, und planen Sie beim Schreiben ein paar Minuten zum Korrekturlesen ein.

Am Prüfungstag

  • Pünktlich da sein, mit gültigem Ausweis
  • Bei Problemen mit Kopfhörer oder Bildschirm sofort die Aufsicht ansprechen, nicht erst nach der Prüfung
  • Augen zwischendurch kurz vom Bildschirm lösen, das entspannt
  • Vor dem Abschicken eines Teils prüfen, ob alle Aufgaben bearbeitet sind

Papier oder Bildschirm: Was ist besser für Sie?

Wenn Sie die Wahl haben, ist die Antwort ganz persönlich. Wer viel am Computer arbeitet und schnell tippt, fühlt sich bei der digitalen Sprachprüfung oft wohler. Wer lieber mit der Hand schreibt und Notizen an den Rand kritzelt, ist mit Papier vielleicht besser beraten. Das Niveau der Prüfung ist dasselbe, und die Anforderungen an Ihre Deutschkenntnisse ändern sich durch das Medium nicht.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie möchten wissen, welche Prüfungsformen für Ihr Ziel infrage kommen und wann der nächste Termin ist? Die VAkademie ist telc-Prüfungszentrum in Mainz für Deutschprüfungen von A1 bis C2 und für Pflege-Deutsch. Wir beraten Sie gern zum Ablauf und zur Vorbereitung. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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