Kaum ist der Juni da, klettern die Temperaturen. In Mainz wissen wir, wovon wir reden: Das Rheintal kann im Sommer ziemlich warm werden, und Büros unter dem Dach oder mit großen Glasflächen verwandeln sich schnell in Treibhäuser. Hitze am Arbeitsplatz ist dabei nicht nur unangenehm. Sie senkt die Konzentration, erhöht das Fehlerrisiko und kann die Gesundheit gefährden. Und sie setzt auch der Technik zu. Wir haben zusammengestellt, was Arbeitgeber wissen sollten, und unsere Erfahrungen aus vielen heißen Sommern im IT-Service ergänzt.
Hitze am Arbeitsplatz: Was sagen die Regeln?
Ein gesetzliches „Hitzefrei“ gibt es für Erwachsene nicht. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt aber eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur, und die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 „Raumtemperatur“ konkretisiert das. Vereinfacht gilt:
| Raumtemperatur | Was gilt (vereinfacht) |
|---|---|
| bis 26 °C | Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll 26 °C nicht überschreiten. Führt Sonneneinstrahlung zu höheren Temperaturen, ist ein geeigneter Sonnenschutz nötig. |
| über 26 °C | Der Arbeitgeber soll zusätzliche Maßnahmen ergreifen, etwa Lüften in den Morgenstunden, Lockerung der Kleiderordnung, Gleitzeit, Getränke. |
| über 30 °C | Der Arbeitgeber muss wirksame Maßnahmen ergreifen, die die Belastung verringern. Grundlage ist die Gefährdungsbeurteilung. |
| über 35 °C | Ohne besondere Maßnahmen, wie sie bei Hitzearbeit üblich sind, ist der Raum für diese Zeit nicht als Arbeitsraum geeignet. |
Für besonders gefährdete Beschäftigte, etwa Schwangere oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, ist eine eigene Betrachtung nötig. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Betriebsarzt.
Maßnahmen für Mitarbeiter: was wirklich hilft
Bauliche und technische Maßnahmen
- Außenliegender Sonnenschutz ist am wirksamsten. Jalousien innen helfen weniger, weil die Wärme dann schon im Raum ist.
- Nachts und früh morgens lüften, tagsüber Fenster geschlossen und verschattet halten.
- Ventilatoren schaffen gefühlte Abkühlung, ohne die Luft tatsächlich zu kühlen. Für viele Büros eine günstige Lösung.
- Mobile Klimageräte mit Abluftschlauch kühlen nur begrenzt und verbrauchen viel Strom. Wenn, dann mit gut abgedichtetem Fensteranschluss.
- Wärmequellen reduzieren: Geräte, die nicht gebraucht werden, ausschalten. Jeder laufende Rechner ist eine kleine Heizung.
Organisatorische Maßnahmen
- Arbeitszeiten flexibilisieren, damit früh am Morgen gearbeitet werden kann
- Homeoffice ermöglichen, wo es zu Hause kühler ist
- Kleiderordnung lockern
- Getränke bereitstellen, etwa Wasser
- Kühlere Räume für Besprechungen oder Pausen nutzen
- Körperlich anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Stunden verlegen
Hitze und Technik: die unterschätzte Seite
Aus unserem IT-Alltag wissen wir: Die ersten heißen Wochen bringen zuverlässig mehr Störungsmeldungen. Technik mag Hitze genauso wenig wie Menschen.
Serverraum und Netzwerkschrank
Der Klassiker ist der Serverschrank in der Abstellkammer ohne Lüftung, der im Winter problemlos läuft und im Juli abstürzt. Steigt die Temperatur zu stark, schalten sich Server und Switches zum Selbstschutz ab, oder sie laufen weiter und altern deutlich schneller. Besonders empfindlich sind Festplatten und die Batterien der unterbrechungsfreien Stromversorgung, deren Lebensdauer bei hohen Temperaturen spürbar sinkt.
- Temperaturfühler mit Alarm per Mail oder SMS einrichten
- Prüfen, ob die vorhandene Kühlung für die heißesten Tage reicht, und die Klimaanlage vor dem Sommer warten lassen
- Lüftungswege freihalten, Staubfilter reinigen
- Keine Kartons oder Gegenstände vor Lüftungsöffnungen stellen
Laptops und Arbeitsplatzrechner
Laptops drosseln bei Hitze ihre Leistung, der Lüfter läuft auf Hochtouren, und das Arbeiten wird zäh. Ein Laptop auf dem Sofakissen im Homeoffice hat es besonders schwer. Ein Ständer oder eine harte Unterlage sorgt für Luft. Und bitte: Notebooks und Smartphones nicht im aufgeheizten Auto liegen lassen. Akkus können dabei dauerhaft Schaden nehmen.
Drucker und Kopierer
Auch sie erzeugen Wärme und reagieren empfindlich auf Hitze und Luftfeuchtigkeit. Papierstaus häufen sich. Stellen Sie große Geräte möglichst nicht in die Sonne und nicht in kleine, schlecht belüftete Räume.
Häufige Fragen von Arbeitgebern
Dürfen Mitarbeitende bei Hitze einfach nach Hause gehen?
Nein, ein allgemeines Recht auf Hitzefrei gibt es nicht. Wenn der Arbeitgeber seine Pflichten aber deutlich verletzt und die Gesundheit gefährdet ist, kann die Lage anders aussehen. So weit sollte es nicht kommen. Reden Sie frühzeitig miteinander.
Muss ich eine Klimaanlage einbauen?
Eine Pflicht zur Klimaanlage gibt es nicht. Entscheidend ist, dass Sie geeignete Maßnahmen ergreifen. Welche das sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und der Temperatur im Raum.
Was ist mit Mitarbeitenden im Außendienst oder in der Werkstatt?
Dort gelten andere Bedingungen, und das Risiko ist oft höher. Sonnenschutz, Pausen im Schatten, ausreichend Getränke und angepasste Arbeitszeiten sind hier besonders wichtig.
Checkliste für den Sommer
- Gefährdungsbeurteilung um das Thema Hitze ergänzt
- Sonnenschutz an allen sonnenexponierten Fenstern geprüft
- Lüftungskonzept für die Morgenstunden besprochen
- Regeln für flexible Arbeitszeiten und Homeoffice bei Hitze kommuniziert
- Getränke organisiert
- Serverraum-Kühlung gewartet, Temperaturalarm eingerichtet
- Nicht benötigte Geräte ausgeschaltet
Unser Tipp: jetzt handeln, nicht bei 35 Grad
Wer erst handelt, wenn die Hitzewelle da ist, findet keine Ventilatoren mehr im Handel und keinen Klimatechniker mit freien Terminen. Nutzen Sie die ersten warmen Tage, um Schwachstellen zu finden, und planen Sie die Maßnahmen jetzt. Und denken Sie langfristig: Außenliegender Sonnenschutz oder eine besser gekühlte Technik sind Investitionen, die sich in jedem Sommer wieder auszahlen.
Wir helfen Ihnen gerne
Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer prüft Ihren Serverraum vor dem Sommer, richtet Temperaturüberwachung ein und berät Sie, wie Ihre Technik auch bei Hitze zuverlässig läuft. Mehr unter www.mittelstandsoptimierer.de oder telefonisch unter 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




