Jedes Jahr im Juli klingelt bei uns das Telefon häufiger als sonst. Der Grund ist fast immer derselbe: Der Server hat sich abgeschaltet, die Festplatten melden Fehler, oder das Netzwerk fällt ständig aus. Und wenn wir den Serverraum betreten, schlägt uns eine Hitzewand entgegen. Die Kühlung im Serverraum wird in vielen kleinen und mittleren Unternehmen erst zum Thema, wenn es zu spät ist. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir, worauf es ankommt.
Warum Hitze Ihrer IT schadet
Jedes Watt, das ein Server, ein Switch oder eine USV an Strom aufnimmt, wird am Ende in Wärme umgewandelt. In einem kleinen, geschlossenen Raum summiert sich das schnell. Kommt dann noch Sommerhitze von außen dazu, steigt die Temperatur unaufhaltsam. Die Folgen:
- Notabschaltung: Moderne Server schalten sich bei Überhitzung zum Selbstschutz ab. Das ist besser als ein Defekt, aber trotzdem ein Ausfall.
- Kürzere Lebensdauer: Festplatten, Netzteile und Kondensatoren altern bei dauerhaft hohen Temperaturen schneller.
- USV-Batterien: Die Akkus einer unterbrechungsfreien Stromversorgung verlieren bei Hitze deutlich schneller an Kapazität. Im Ernstfall hält die USV dann nicht mehr so lange durch wie geplant.
- Unerklärliche Fehler: Abstürze, Netzwerkaussetzer und Datenfehler, die schwer zu diagnostizieren sind.
- Mehr Lärm: Lüfter drehen höher, was in Büros ohne separaten Raum zusätzlich stört.
Welche Temperatur ist in Ordnung?
Für die Zuluft, also die Luft, die die Geräte ansaugen, nennen gängige Empfehlungen für Rechenzentren einen Bereich von etwa 18 bis 27 Grad Celsius. Die meisten Server vertragen laut Herstellerangaben kurzfristig auch mehr, aber das ist keine Komfortzone. Für kleine Serverräume empfehlen wir:
| Raumtemperatur | Einschätzung |
|---|---|
| bis 25 °C | gut, kein Handlungsbedarf |
| 25 bis 30 °C | beobachten, Ursachen prüfen, Kühlung planen |
| 30 bis 35 °C | kritisch, kurzfristig handeln |
| über 35 °C | akute Ausfallgefahr, sofort handeln |
Messen Sie dort, wo die Geräte die Luft ansaugen, nicht an der Tür und nicht an der Decke. Die Unterschiede können erheblich sein.
Kühlungslösungen im Vergleich
Lüftung
Ein Abluftventilator, der warme Luft nach draußen befördert, und eine Zuluftöffnung können bei sehr kleinen Installationen genügen, aber nur, solange die Außenluft kühler ist als die gewünschte Raumtemperatur. An heißen Sommertagen stößt diese Lösung an ihre Grenzen. Außerdem gelangen Staub und Feuchtigkeit in den Raum.
Mobiles Klimagerät
Schnell aufgestellt und vergleichsweise günstig, aber mit Nachteilen: Der Abluftschlauch muss nach draußen, oft durch ein gekipptes Fenster, was ein Sicherheitsrisiko ist. Einschlauchgeräte saugen zudem warme Luft aus anderen Räumen nach. Viele Geräte starten nach einem Stromausfall nicht von selbst wieder, und der Kondensatbehälter muss geleert werden. Als Notlösung für ein paar Wochen in Ordnung, als Dauerlösung nicht.
Split-Klimaanlage
Ein Innengerät im Serverraum, ein Außengerät an der Fassade oder auf dem Dach. Das ist für die meisten kleinen Serverräume die solide Lösung. Achten Sie auf Geräte, die für Dauerbetrieb rund um die Uhr ausgelegt sind und nach einem Stromausfall automatisch wieder anlaufen. Die Installation gehört in die Hände eines zertifizierten Kälte-Fachbetriebs, schon wegen der Vorgaben für den Umgang mit Kältemitteln. Klären Sie bei Mietobjekten vorher die Zustimmung des Vermieters für das Außengerät.
Klimatisierter Serverschrank
Wenn es keinen eigenen Raum gibt, kann ein geschlossener Serverschrank mit eigenem Kühlgerät sinnvoll sein. Er kühlt nur das Innere des Schranks, was effizient ist. Die abgegebene Wärme landet allerdings im umgebenden Raum.
Wie viel Kühlleistung brauchen Sie?
Eine erste Abschätzung können Sie selbst machen. Addieren Sie die tatsächliche Leistungsaufnahme aller Geräte im Raum. Am einfachsten lesen Sie sie an der USV ab oder messen sie mit einem Zwischenstecker-Messgerät. Diese Summe in Watt entspricht ungefähr der Wärme, die abgeführt werden muss. Dazu kommen Wärmeeinträge durch Sonne, Außenwände und Beleuchtung. Planen Sie außerdem Reserve für neue Geräte ein. Ein Fachbetrieb rechnet das genauer, aber mit Ihrer Abschätzung können Sie Angebote besser beurteilen und vermeiden, dass ein zu kleines Gerät verkauft wird, das im Hochsommer dauerhaft am Limit läuft.
Sofortmaßnahmen für heiße Tage
- Sonne aussperren: Fenster im Serverraum außen verschatten oder mit Reflexionsfolie bekleben.
- Tür nicht offen lassen, wenn der Raum klimatisiert ist; sonst kühlen Sie den Flur mit.
- Luftwege freihalten: Kartons, alte Geräte und Kabelsalat vor den Lüftungsöffnungen entfernen.
- Unnötige Geräte abschalten: Der alte Server, der „nur noch für alle Fälle“ läuft, heizt mit.
- Kühlgeräte warten: Filter reinigen, Kondensatablauf prüfen.
Überwachen statt hoffen
Die wichtigste Investition kostet am wenigsten: ein Temperaturfühler mit Alarm. Viele Server, USV-Anlagen und Netzwerkgeräte bringen bereits Sensoren mit, die nur eingerichtet werden müssen. Alternativ gibt es eigenständige Messgeräte, die bei Grenzwertüberschreitung eine E-Mail oder SMS verschicken. So erfahren Sie von einem Ausfall der Klimaanlage am Samstagabend, und nicht erst am Montagmorgen von einem abgestürzten Server.
Legen Sie gleichzeitig fest, wer den Alarm bekommt und was dann zu tun ist. Ein Alarm, der in einem ungelesenen Postfach landet, hilft niemandem.
Checkliste Serverraum im Sommer
- Temperatur an der Ansaugseite der Geräte gemessen
- Temperaturalarm eingerichtet und Empfänger festgelegt
- Kühlung für Dauerbetrieb geeignet und mit Wiederanlauf nach Stromausfall
- Fenster verschattet, Luftwege frei
- Kühlgerät gewartet, Filter sauber
- USV-Batterien auf Alter und Zustand geprüft
- Notfallplan: Was abschalten, wenn die Kühlung ausfällt?
Wir helfen Ihnen gerne
Ihr Serverraum wird im Sommer zu warm, oder Sie möchten eine Temperaturüberwachung einrichten? Das IT-Team der Mittelstandsoptimierer misst, berät und koordiniert die passende Lösung, gerne auch gemeinsam mit Ihrem Klimafachbetrieb. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.
Herzliche Grüße aus Mainz




