Bewerbungsfotos: Worauf Personaler wirklich achten


Ein Personaler öffnet Ihre Bewerbung, und bevor er den ersten Satz Ihres Anschreibens liest, sieht er Ihr Gesicht. Ob man das gut findet oder nicht: Das Bewerbungsfoto prägt den ersten Eindruck. In unserer Marketingarbeit fotografieren wir regelmäßig Porträts, und wir sprechen mit Unternehmen, die Bewerbungen lesen. Hier sind unsere wichtigsten Bewerbungsfoto-Tipps, damit Ihr Foto für Sie arbeitet und nicht gegen Sie.

Muss überhaupt ein Foto dabei sein?

Rechtlich nicht. Seit das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz 2006 in Kraft getreten ist, dürfen Arbeitgeber ein Foto nicht verlangen, und viele Stellenanzeigen verzichten inzwischen auf die Bitte darum. Es gab auch Pilotprojekte mit anonymisierten Bewerbungen ganz ohne Foto, Namen und Alter. In der Praxis erwarten aber viele Personaler in Deutschland nach wie vor ein Foto, und eine Bewerbung ohne Bild fällt eher auf. Unsere Empfehlung: Wenn Sie ein Foto beilegen, dann ein gutes. Ein schlechtes Foto schadet mehr als gar keines.

Worauf Personaler wirklich achten

Die Gespräche mit Personalverantwortlichen zeigen: Niemand sucht ein Model. Gesucht wird ein Eindruck, der zur Stelle passt. Im Kern geht es um drei Fragen:

  1. Wirkt die Person sympathisch und offen? Ein freundlicher, natürlicher Ausdruck ist wichtiger als perfekte Gesichtszüge.
  2. Passt das Auftreten zur Stelle? Eine Bewerberin für die Bank wirkt anders als ein Bewerber für die Werbeagentur oder die Kfz-Werkstatt.
  3. Hat sich die Person Mühe gegeben? Ein professionelles Foto signalisiert, dass Ihnen die Bewerbung wichtig ist. Ein Urlaubsschnappschuss signalisiert das Gegenteil.

Die wichtigsten Bewerbungsfoto-Tipps im Überblick

Kleidung

Ziehen Sie das an, was Sie zum Vorstellungsgespräch tragen würden, eher eine Stufe formeller als im Arbeitsalltag der Branche üblich. Einfarbige, gedeckte Farben wirken ruhiger als kräftige Muster. Kleine Karos und feine Streifen können auf Fotos flimmern. Achten Sie auf einen sauberen Kragen und gebügelte Kleidung, denn die Kamera sieht jede Falte.

Haare, Make-up, Brille

Gepflegt, aber so, wie Sie auch im Alltag aussehen. Wer beim Vorstellungsgespräch nicht wiedererkannt wird, hat ein Problem. Dezentes Make-up mindert Glanz auf der Haut. Brillenträger sollten die Brille auch auf dem Foto tragen, wenn sie sie im Alltag tragen; ein guter Fotograf vermeidet Spiegelungen in den Gläsern.

Ausdruck

Ein leichtes, echtes Lächeln wirkt fast immer besser als ein ernster Blick. Der Blick geht in die Kamera. Ein gutes Foto entsteht selten beim ersten Auslösen; planen Sie Zeit ein, damit Sie sich entspannen können.

Hintergrund

Neutral und ruhig: Grau, Weiß oder ein dezenter Farbverlauf. Für kreative Berufe kann auch ein unscharfer Hintergrund in einer passenden Umgebung funktionieren, etwa ein heller Büroraum. Wichtig ist, dass nichts von Ihrem Gesicht ablenkt.

Bildausschnitt und Format

Üblich ist ein Ausschnitt von Kopf und Schultern, gelegentlich bis zur Brust. Das klassische kleine Passbildformat ist nicht mehr Pflicht; viele Bewerber nutzen ein etwas größeres Foto auf einem Deckblatt oder neben dem Lebenslauf. Ob Hoch- oder Querformat, entscheiden Sie nach Ihrem Layout. Für Online-Bewerbungen brauchen Sie eine Datei in guter, aber nicht riesiger Auflösung, eingebunden in eine PDF-Datei.

Die häufigsten Fehler

Fehler Warum er schadet
Selfie oder Urlaubsfoto wirkt unprofessionell, oft schlechte Perspektive und Licht
Automatenpassbild harte Ausleuchtung, starrer Ausdruck
Veraltetes Foto Wiedererkennungsproblem beim Gespräch
Zu starke Retusche wirkt künstlich, weckt Misstrauen
Unpassende Kleidung signalisiert fehlendes Gespür für die Stelle
Ausgeschnittene Freunde am Bildrand kein Witz, kommt öfter vor als man denkt

Beim Fotografen: So bereiten Sie sich vor

  • Zwei bis drei Outfits mitnehmen, um verschiedene Varianten auszuprobieren.
  • Ausgeschlafen kommen und nicht direkt vom Friseur, frisch geschnittene Haare brauchen oft ein, zwei Tage.
  • Dem Fotografen sagen, für welche Branche und Stelle das Foto gedacht ist.
  • Die Auswahl gemeinsam am Bildschirm treffen und sich eine zweite Meinung holen.
  • Klären, in welchen Formaten Sie die Bilder bekommen und ob Sie sie auch online nutzen dürfen.

Profi oder selbst gemacht?

Mit einer guten Kamera, einem ruhigen Hintergrund und Tageslicht von einem großen Fenster kann ein ambitionierter Bekannter durchaus ein ordentliches Foto machen. Ein Stativ, eine Aufnahme auf Augenhöhe und eine leicht längere Brennweite helfen, damit Gesicht und Proportionen natürlich wirken. Der Unterschied zum Profi liegt meist weniger in der Technik als in der Anleitung: Ein erfahrener Fotograf weiß, wie er Sie zum Lachen bringt, korrigiert Haltung und Kopfneigung und erkennt das eine Bild, auf dem Sie wirklich wie Sie selbst aussehen. Für eine wichtige Bewerbung ist das gut investiertes Geld.

Ein Foto für alle Kanäle

Viele Personaler schauen sich Bewerber auch in beruflichen Netzwerken an. Nutzen Sie dasselbe oder ein ähnliches Foto in Ihrer Bewerbung und in Ihren Online-Profilen. Das sorgt für einen stimmigen Eindruck. Ihr Profilbild aus dem privaten sozialen Netzwerk sollte im Idealfall nichts zeigen, was Ihre Bewerbung konterkariert.

Wie aktuell muss das Foto sein?

Eine feste Regel gibt es nicht. Als Faustregel gilt: Wenn Sie sich seit dem Foto deutlich verändert haben, etwa durch eine neue Frisur, Bart oder Brille, ist ein neues Foto fällig. Ansonsten sollte ein Bewerbungsfoto nicht älter als ein bis zwei Jahre sein.

Wir helfen Ihnen gerne

Sie brauchen ein Bewerbungsfoto, ein Porträt für Ihr Online-Profil oder einheitliche Mitarbeiterfotos für die Firmenwebsite? Das Marketing-Team der Mittelstandsoptimierer unterstützt Sie bei Porträts und Mitarbeiterfotos, die zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passen. Rufen Sie uns an unter 06131 144928-0.

Herzliche Grüße aus Mainz

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