Die Website ist in die Jahre gekommen, auf dem Smartphone sieht sie seltsam aus, und die Texte stammen aus einer Zeit, als das Unternehmen noch halb so groß war. Wenn Sie sich darin wiederfinden, ist der Sommer die perfekte Zeit, um einen Website-Relaunch zu planen. Kunden sind im Urlaub, das Telefon klingelt seltener, und Sie haben endlich den Kopf frei. In sechs Schritten zeigen wir, wie ein Relaunch gelingt, ohne dass Ihre Besucher und Ihre Google-Platzierungen auf der Strecke bleiben.
Schritt 1: Ziele festlegen
Bevor über Farben und Schriften gesprochen wird, sollte klar sein, was die neue Website leisten soll. Typische Ziele:
- mehr Anfragen über Kontaktformular oder Telefon,
- Bewerber gewinnen,
- Bestandskunden informieren und Supportanfragen reduzieren,
- Produkte verkaufen,
- bei Google für bestimmte Leistungen in der Region gefunden werden.
Formulieren Sie zwei bis drei Hauptziele und machen Sie sie messbar. „Mehr Anfragen“ ist ein Wunsch, „doppelt so viele Anfragen über das Formular bis Jahresende“ ist ein Ziel.
Schritt 2: Bestandsaufnahme der alten Website
Ein Relaunch ist kein Neuanfang auf der grünen Wiese. Ihre alte Website hat Besucher, Verlinkungen und Platzierungen bei Google, die Sie nicht verlieren wollen. Erstellen Sie deshalb eine Liste aller Seiten und schauen Sie sich die Zahlen an:
- Welche Seiten werden am häufigsten besucht?
- Über welche Suchbegriffe kommen Besucher?
- Welche Seiten bringen Anfragen?
- Welche Seiten werden von anderen Websites verlinkt?
Die Google Search Console und Ihr Statistik-Werkzeug liefern dafür die Daten. Seiten, die gut funktionieren, sollten auch auf der neuen Website ein Gegenstück haben.
Schritt 3: Inhalte planen und schreiben
Hier scheitern die meisten Relaunches, nicht an der Technik. Das Design ist fertig, aber die Texte fehlen, und am Ende werden die alten Texte einfach kopiert. Planen Sie die Inhalte deshalb früh:
- Eine Seitenstruktur erstellen: Welche Seiten gibt es, wie hängen sie zusammen?
- Für jede Seite festlegen, welche Frage des Besuchers sie beantwortet.
- Verantwortliche für Texte und Bilder benennen und Termine setzen.
- Texte für Menschen schreiben, nicht für Suchmaschinen, aber mit den Begriffen, nach denen Ihre Kunden tatsächlich suchen.
- Eigene Fotos statt austauschbarer Bilddatenbank-Motive, wo immer möglich.
Wer gehört ins Projektteam?
Ein Relaunch ist keine reine Aufgabe für die Agentur oder den IT-Verantwortlichen. Damit die neue Website zum Unternehmen passt, sollten diese Personen beteiligt sein:
- Die Geschäftsführung für Ziele, Budget und die finale Freigabe, aber bitte nicht für jede Kommafrage.
- Ein Projektverantwortlicher im Haus, der Termine im Blick behält und Inhalte einsammelt.
- Vertrieb und Kundenservice, denn sie wissen, welche Fragen Kunden wirklich stellen.
- Die Personalabteilung, wenn Bewerber eine Zielgruppe sind.
Je klarer die Rollen verteilt sind, desto weniger Schleifen drehen Entwürfe und Texte, und desto schneller geht die neue Seite online.
Schritt 4: Technik und Design
Bei der technischen Umsetzung sollten einige Punkte heute selbstverständlich sein:
| Anforderung | Warum? |
|---|---|
| Responsives Design | Immer mehr Besucher kommen mit dem Smartphone, und Google bewertet die mobile Tauglichkeit. |
| Verschlüsselung per HTTPS | Schützt Formulardaten und wird von Google als Signal berücksichtigt. |
| Schnelle Ladezeiten | Besucher springen ab, wenn die Seite lahmt. |
| Einfach zu pflegendes CMS | Sie wollen Texte selbst ändern können, ohne Agentur. |
| Impressum und Datenschutzerklärung | Gesetzliche Pflicht, und Abmahnungen sind ärgerlich. |
| Klare Kontaktwege | Telefonnummer, Formular und Anfahrt mit einem Klick erreichbar. |
Schritt 5: Weiterleitungen einrichten
Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen und kostet am meisten. Wenn sich die Adressen Ihrer Seiten ändern, laufen Besucher aus Google-Treffern, Lesezeichen und Verlinkungen ins Leere. Die Lösung sind dauerhafte Weiterleitungen, sogenannte 301-Weiterleitungen, von jeder alten auf die passende neue Adresse.
- Legen Sie eine Tabelle an: alte Adresse in der einen Spalte, neue Adresse in der anderen.
- Leiten Sie jede wichtige alte Seite auf die inhaltlich passende neue Seite um, nicht pauschal auf die Startseite.
- Testen Sie die Weiterleitungen vor dem Start.
Schritt 6: Start und Nachkontrolle
Der Starttag ist nicht das Ende, sondern der Beginn der wichtigsten Phase:
- Alle Seiten, Formulare und Links durchklicken, auf dem PC und auf dem Smartphone.
- Statistik-Werkzeug und Search Console auf der neuen Website prüfen.
- Eine aktuelle Sitemap bei Google einreichen.
- In den ersten Wochen regelmäßig auf Fehlerseiten und Crawling-Probleme achten.
- Nach einigen Wochen Besucherzahlen und Anfragen mit der alten Website vergleichen.
Ein leichter Rückgang der Google-Platzierungen in den ersten Wochen ist normal. Sind Inhalte und Weiterleitungen sauber, erholt sich das meist schnell.
Wie lange dauert ein Relaunch?
Das hängt vor allem von der Größe der Website und von der Geschwindigkeit ab, mit der Inhalte und Freigaben kommen. Eine Unternehmensseite mit überschaubarem Umfang lässt sich in wenigen Wochen umsetzen, wenn Texte und Bilder rechtzeitig bereitstehen. Wer im Juli anfängt, kann zum Herbstgeschäft mit der neuen Seite starten. Unser Rat: Lieber einen realistischen Termin setzen und halten als einen ehrgeizigen, der dreimal verschoben wird.
Wir helfen Ihnen gerne
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Herzliche Grüße aus Mainz




