Analog-Fotografie vs. Digital-Fotografie Teil 2: Qualität


Qualität messen viele Menschen bei Kameras in Megapixel, d.h. wie viele Bildinformationen in einem aufgenommenen Foto enthalten sind. Für den Ottonormalverbraucher sind derzeit digitale Kameras mit etwa 20 Megapixeln (also 20.000 Pixeln) erschwinglich. Doch nur wenige wissen, wie viele Informationen in einem Film stecken. Dies hängt in erster Linie von dem verwendeten Material und der Filmgröße ab, jedoch sind mit analogem Mittelformat ohne Probleme Auflösungen von bis zu 200 Megapixeln, also der zehnfachen Menge, möglich. Überrascht?

Auflösung ist aber nur wichtig, wenn man große Abzüge bzw. Ausdrucke (oder Präsentationen via Projektor) eines Bildes zeigen möchte. Ausdrucke in der Größe 20 x 30 cm (etwa DIN A4) lassen sich so ziemlich mit jeder Technik machen. Wie aber werden die Fotos aufgenommen, die man sich beispielsweise von einem der günstigen Druckdienstleister als Fototapete anfertigen lässt? Oder eine Aufnahme für über die Couch? Mit teuren Kameras, die deshalb bessere Fotos machen? Darauf gehen wir in Teil 3 ein.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist aber auch die Verarbeitungsqualität der Kameras selbst – wie also kommt beispielsweise eine Kamera mit extremen Temperaturen im Urlaub oder Feuchtigkeit bei Regen oder auch mit Staub zurecht? Hier haben die Profigeräte – gleich jeden Alters – klar die Nase vorn. Bei älteren Modellen und insbesondere analogen Kameras bekommt man da natürlich bei gleichem Preis eine deutlich höherwertige Verarbeitungsqualität und somit eine weitaus höhere Langlebigkeit. Zudem gibt es in älteren Kameras natürlich auch weniger bis keine Elektronik, die störanfällig sein könnte – man ist zugleich überrascht, dass dennoch die wichtigen Funktionen auf rein mechanischer Ebene vorhanden sind!

Ein vieldiskutierter Unterschied zwischen analogen und digitalen Fotos ist das sog. Korn bzw. Bildrauschen.

 

Beispiel für Bildrauschen (Fotografie: Florian Lindner)

Korn

 

Beispiel für Korn (Fotografie: Rainer Knäpper)

Bildrauschen

 

Während das Korn, die kleinsten Strukturen des entwickelten Films, die erst bei starker Vergrößerung gut sichtbar werden, bezeichnet und sogar als stilistisches Mittel eingesetzt und angesehen wird, ist Bildrauschen die Verschlechterung eines digitalen bzw. elektronisch aufgenommenen Bildes durch Störungen, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt, dem Bildsignal, haben. Die störenden Pixel weichen in Farbe und Helligkeit von denen des eigentlichen Bildes ab. Rauschunterdrückung geht derzeit fast immer mit Einbußen der Bildqualität einher. Auch hier hat also die analoge Fotografie (noch?) die Nase vorn.

Nach Betrachtung der Qualität haben also die Analogkameras nun wider Erwarten aufgeholt – 1:1.

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